Die ägyptische Meta-Landschaft 2026

Die ägyptischen Meta-CPMs haben sich seit Ende 2025 deutlich verändert. Der durchschnittliche CPM im Q1 2026 liegt je nach Branche zwischen 18 und 32 EGP — gegenüber 12 bis 22 EGP im Q1 2025. Das ist keine Krise, sondern ein Signal, klüger zu werden. Die Marken, die derzeit auf Meta gewinnen, geben nicht mehr aus — sie geben besser aus.

Das zeigen unsere laufenden Kampagnendaten aus über 15 aktiven ägyptischen Konten in diesem Quartal.

Was aktuell konvertiert

UGC-artige Creatives schlagen hochglanzpolierte Anzeigen im Verhältnis 3:1. Ägyptische Zielgruppen haben eine starke Ermüdung gegenüber überproduzierten Markeninhalten entwickelt. Videos, die aussehen, als wären sie mit dem Handy gefilmt — natürliches Licht, ungezwungene Sprache, echte Gesichter — erzielen 2- bis 4-mal höhere CTRs als Studioproduktionen.

Der WhatsApp-CTA schlägt „Mehr erfahren" deutlich. In Ägypten fällt die Kaufentscheidung häufig im Gespräch. Anzeigen, die direkt zu WhatsApp führen — statt zu einer Landingpage — konvertieren günstiger, weil sie Reibung abkürzen. Wir sehen in mehreren Kategorien 30 bis 50% niedrigere CPL als bei Link-Klick-Kampagnen.

Die Reels-Platzierung ist im Vergleich zum Feed unterbewertet. Trotz niedrigerer CPMs erzielen Reels bei den richtigen Formaten vergleichbares oder besseres Engagement. Wer kein Budget auf Reels-optimierte Anzeigen legt, lässt günstige Reichweite liegen.

Die Funnel-Struktur, die funktioniert

Der Full-Funnel-Ansatz, den wir derzeit in den meisten Konten fahren:

  • TOF: breites Interessen-Targeting + Lookalikes von Käufern. Video-First-Creative. Ziel: Videoaufrufe oder ThruPlay. Budget: 40% des Gesamtbudgets.
  • MOF: Retargeting von Videozuschauern (50%+) und Website-Besuchern (30 Tage). Testimonial- oder Vorher-Nachher-Creative. Ziel: Leads oder Nachrichten. Budget: 35%.
  • BOF: Retargeting engagierter Nutzer und Warenkorbabbrecher. Angebotsgetriebenes Creative mit Dringlichkeit. Ziel: Conversions oder Nachrichten. Budget: 25%.

Die drei Kennzahlen, die wir täglich beobachten

Hook Rate (Videoaufrufe 0–3 Sekunden ÷ Impressionen). Fällt sie unter 25%, muss das Creative überarbeitet werden — schnell. Die ersten drei Sekunden entscheiden auf Meta über alles.

Kosten pro initiierter Nachricht oder pro Lead. Nicht nur CPM oder CPC. Wir wollen die Kosten einer echten Geschäftshandlung kennen — jemand, der sich gemeldet und nach dem Produkt gefragt hat.

Frequenz. Übersteigt die Frequenz einer Kampagne 3,5 und die Leistung fällt, ist das Creative verbraucht. Dann muss es erneuert werden — nicht die Zielgruppe, sondern die Anzeige.

Was wir in diesem Quartal testen

Aktuelle Experimente: KI-generierte Voiceovers auf Arabisch für Videoanzeigen (erste Ergebnisse gemischt, aber für bestimmte Kategorien vielversprechend), automatisierte Katalog-Anzeigen für Gastronomie und Handel sowie Advantage+ Shopping Campaigns im ägyptischen Marktkontext. Mehr Daten dazu im Bericht des nächsten Monats.